FRONTIER The line of style – Comune di Bologna

| Ein Projekt von Comune di Bologna. Organisiert durch Cultural Association ALL WRITE. 
Kuratiert von Fabiola Naldi und Claudio Musso. 
Bologna (Italien), Juni – Juli 2012 / Januar 2013. 

Künstler: Phase II, DAIM, Does, Honet, M-City, Rusty, Dado, Joys, Etnik, Eron, Hitnes, Andreco.

Das Projekt „Frontier – The line of Style” ist in Zusammenarbeit mit der Stadt Bologna und der Region Emilia-Romagna entstanden. Die Förderung richtet sich an die Kunstrichtungen Graffiti und Street Art, die mittlerweile internationale Anerkennung genießen und zu der wohl interessantesten Ausdrucksform der zeitgenössischen Kunst gehören.

Das Kuratorenteam, bestehend aus Claudio Musso und Fabiola Naldi vereint mit „Frontier“ aktuelle Bezüge des Graffitis mit der Ausstellung „Arte die Frontiera, New York Graffiti“, die 1984 von der Modern Art Gallery of Bologna organisiert wurde. Sie verhalf Künstlern wie Jean-Michel Basquiat, Keith Haring und Kenny Scharf, einst Größen der New Yorker Graffiti Szene, zu ihrem internationalen Durchbruch.
Mit „Frotier- The line of Style” nimmt die Stadt Bologna ihre Rolle als Zentrum für urbane Ästhetik wieder ein. Ehemals hinterließen Graffiti und Street Art ihre Spuren auf dem Mauerwerk der Stadt.

„Frontier“ fokussiert sich als offene und sich entwickelnde Plattform auf zwei Phasen:
Phase Eins beschäftigt sich mit der Gestaltung von 13 städtischen Mauern, um den künstlerischen Wert von Graffiti und Street Art zu demonstrieren.
Phase Zwei hingegen setzt sich auf theoretischer Ebene kritisch mit beiden Disziplinen auseinander.

Die erste Phase startete im Juni 2012. Dreizehn ortsansässige Kunstwerke wurden geschaffen, die von fünf internationalen wie auch acht italienischen Künstlern architektonisch und visuell gestaltet wurden. Von den Kuratoren wurden Wände ausgewählt, die sich zum großen Teil auf bekannten Gebäuden des Wohnungsbauunternehmens ACER befinden.
Aufgrund ihres innovativen Stils und ihrem grundlegenden Beitrag zur Entwicklung beider Bewegungen wurden Künstler ausgewählt, die seit den siebziger Jahren zu wichtigen Protagonisten der heutigen Urban-Art-Szene gehören.

Phase Zwei beschäftigt sich mit den Ursprüngen und der Neuentwicklung von Graffiti und Street Art.
DAIM, Joys und Dado, sind die Gründerväter der „3D-Explosion“; Honet, Does, Hitness und Eron zeichnen sich durch ihren Einsatz von Farbe und der Beherrschung der einzelnen Farbkompositionen aus; M-City, Andreco und Cohio Corsello drücken durch ihre einfache Bildsprache klare und starke Botschaften aus.
Die Auswahl unterstreicht zum einen an unterschiedliche Generationen von Graffiti-Künstlern und ihre Entwicklung auf internationaler Ebene. Zum anderen werden die wichtigsten italienischen Künstler der Gegenwartskunst in den Fokus gerückt.

Die Arbeiten zu „Frontier“ sind seit Januar 2013 beendet. Im Anschluss fand ein internationales Symposium zur historischen und kritischen Auseinandersetzung mit Street Art und Graffiti im Mambo (Museum of Modern Art Bolognia) statt. Parallel dazu ist ein zweisprachiger Ausstellungskatalog bei Damiani erschienen.

„Durch die kritische Auseinandersetzung zwischen den Architekten, Künstlern und Kritikern, erhoffen wir uns, die Komplexität von Street Art und Graffiti in eine neue Form zu bringen, in die all ihre Facetten miteinbezogen werden.“


„DEIM – corner to corner“ | Mirko Reisser (DAIM)
Courtesy: Comune de Bologna / Culturale ALL WRITE | Foto © MRpro

18 Juni, Beginn von Phase Eins:
Rund um Navile, San Donato und San Vitale arbeiten die internationalen Künstler an fünf Standorten. Dabei können sie sowohl von den Einwohnern wie auch den Besuchern der Region besucht und bei ihrer Arbeit beobachtet werden.
Zusätzlich hat das Urban Center Bologna am 27. Juni und 18. Juli innerstädtische Touren zu den jeweiligen Ausstellungsflächen der Künstler geplant.

Phase Zwei des Projekts beginnt im Stadtteil Navile:
Mit seinen komplexen Buchstaben und dynamischen Linien beeinflusste und inspirierte er mehrere Generationen von Graffiti-Writern. Sein Name ist stark mit der Geschichte des Graffitis verbunden. Hierbei handelt es sich um keinen Geringeren als den deutschen Künstler DAIM. Bis heute gehört er zu den bedeutendsten Größen der gegenwärtigen Graffitiszene.
Auf dem Parkplatz des Rathausgebäudes an der Via Fioravanti wird DAIM die Mauer mit einer monumentalen Wandarbeit gestalten.

In der Via Franco Bolognese sehen wir den niederländischen Künstler DOES, eine Symbolfigur der letzten Generation von Sprühern.
Seine Arbeit, eine stilistische Kontamination durchbricht die uns gängigen Schemata und charakterisiert diese mit den Einflüssen aus der Comic- und Videospielkultur.

Die Wand an der Via del Lavoro 18 (Dan Donato District) nimmt HONET in Anspruch. Der Künstler aus Paris, gewann mit seinen weltweit bekannten Graffitipieces und durch aufsehenerregende Kooperationen, u.a. mit Lacoste, Prada, Louis Vuitton dem Atelier Ruby an internationaler Bekanntheit. HONET achtet in seinen Arbeiten, die „Public Art“ sind, sowohl auf die Ikonologie wie auch die standortbezogenen Bedürfnisse eines Stadtteils.

Eine riesige Wand im Stadtteil San Vitale wird dem aus Polen stammenden Künstler M-City überlassen. M-City arbeitet oftmals mit Schablonen, die von Symbolen zeitgenössischer Metropolen geprägt sind. Auf großen Flächen werden erhabene Industriekomplexe mit der Ikonographie von Transportmittel (Züge, Autos, Boote) in Verbindung gebracht. Durch die zweidimensionale Darstellung entsteht ein Zusammenspiel zwischen Fülle und Leere.

ITALIENISCHE KÜNSTLER BEI DER ARBEIT IN DEN VIERTELN PORTO, NAVILE, SAN DONATO UND SAN VITALE (Juni-Juli 2012)

Ein besonderes Anliegen des Projektes war es, mit, in und für die Stadt Bologna zu arbeiten.
Bei der Auswahl der italienischen Künstler wurde ein besonderer Fokus auf die in dieser Stadt geborenen sowie ausgebildeten Künstler gelegt.

Seit Beginn gehört der international bekannte Künstler Cuoghi Corsello zu den Pionieren der italienischen Graffiti- und Street Art Szene. Seine Künstlerbiographie gleicht einem Paradigma der italienische Underground-Szene. Basierend auf furchtlosen Charactern setzt sich Corsello mit magischen sowie spirituell geprägten Inhalten unserer Gesellschaft auseinander.

Rusty, einer der ersten Writer der Graffitiszene Bolognas, prägte mit seinen Stileinflüssen aus Nordamerika und Amerika das Stadtbild. Dabei entwickelte er Graffitipieces mit seinem eigenen persönlichen sowie unverkennbaren Style weiter.

Dado zeigt in seinem Part von „Frontier“ wie architektonische Elemente mit bildhaften Apekten der südeuropäischen Kultur verschmelzen. Durch Graffiti nähert er sich einer Grenze, die in Verbindung mit anderen Disziplinen wie Design, Installation und Skulptur steht.

Joys, Künstler aus Padua, verbindet seine Forschungen mit einem beeindruckenden Studium der Geometrie. Tatsächlich schenkt er in seinen Werken der Dreidimensionalität durch den Einsatz von Formen und der Kontrolle von Licht und Schatten große Aufmerksamkeit.

Das Hauptmerkmal in Ethniks Style basiert auf Städten der Zukunft. In seinen Kunstwerken werden städtische Blöcke demontiert und aus verschiedenen Blickwinkeln wiederaufgebaut. Dabei greift er in seinen Wandmalereien seine Lieblingsmotive, Symbole der Architektur, auf.

Erons Style basiert auf der realistischen Darstellung von Figurationen, die durch die Verwendung von eindrucksvollen Farbtönen erreicht wird. Seine Werke sind durch sein kontrolliertes Writing sowohl an Wänden als auch auf Leinwand einzigartig. Die Street Art- Landschaft in Italien entwickelt sich weiter.

In der letzten Phase des Projektes wurde beschlossen, zwei Künstler einzuladen, die durch ihren individuellen urbanen Style an Bekanntheit gewonnen haben:
Die Rückkehr zur naturalistischen Figuration charakterisieren Hitnes Motive und Methoden, während Andreco durch sein einfaches Design auf einfache Rituale verweist.  

„Frontier- The line of style” ist ein Projekt, das von der Stadt Bologna – Abteilung für Kultur, Jugend in Zusammenarbeit mit dem Wohnungsamt und den Stadtteilen Navile, Porto, San Donato und San Vitale koordiniert wurde.

Kuratiert von Claudio Musso und Fabiola Naldo.
Realisiert von der Kulturvereinigung ALL WRITE in Kooperation mit Dado, unter der Schirmherrschaft von Eleonora Battiston.
Mit Unterstützung der Region Emilia-Romagna.
In Zusammenarbeit mit ACER – Azienda Casa Emilia-Romagna della Provincia di Bologna,dem Mambo – Museum of Modern Art of Bologna sowie dem Urban Center Bologna.
Das Projekt wird durch die Hilfe und Kooperation von Mare Termale Bolognes, Gruppo Unipol, Gruppo Venpa 3, CoopCostruzioni Hotel I und Portici Damiani Editore realisiert.


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