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DAIM Retrospective – 35 Years Of Graffiti Art

| Ab Mai 2024 zeigt das WAI Woods Art Institute eine umfassende Werkschau. Die Ausstellung widmet sich Reissers Weg vom jungen Sprüher zum international gefragten Künstler. 

Die Eröffnung findet am Sonntag, den 5. Mai von 11 bis 18 Uhr statt, der Eintritt ist frei. 

Am Anfang war das Wort. Im Sommer 1989 sprüht der 17-jährige Mirko Reisser gemeinsam mit zwei Freunden die fünf Buchstaben RIGHT auf einen Verteilerkasten. Allein der Begriff ist eine Provokation. Schließlich ist die Sachbeschädigung – zumindest aus juristischer Perspektive – alles andere als „richtig“. Heute, 35 Jahre später, schreibt Mirko Reisser ganz im Stile klassischer „Graffiti-Writer“ noch immer seinen Namen DAIM. Zugleich aber definiert Reisser das Writing gewissermaßen neu, indem er sein Pseudonym in komplexe Skulpturen verwandelt.

Manchmal ist das wortwörtlich zu verstehen. So hat Reisser auch schon Ausflüge in die Bildhauerei unternommen, das Wort DAIM aus Holz gehauen oder aus Beton gegossen – und das zweidimensionale Medium Schrift auf diese Weise in die Dreidimensionalität überführt. In der Regel aber erzeugt Reisser eine optische Illusion von Körperlichkeit, wenn er seinen Namen auf Leinwände, in Ausstellungsräume oder an Hausfassaden malt. Durch ein virtuoses Spiel mit Licht und Schatten ragen die zu komplexen Figuren ineinander verschachtelten Balken, Schwünge und Polyeder scheinbar greifbar in den Raum hinein.
Dass er dabei – ganz im Sinne der Idee des Writing – repetitiv seinen Namen schreibt, zugleich aber längst die Regeln des Writing für sich immer wieder neu setzt, gehört zu den spannenden Ambivalenzen im Werk von Mirko Reisser. Wie die Tatsache, dass er zwar nach wie vor mit der Sprühdose arbeitet, seine Bilder zugleich aber längst komponiert und in zahlreichen Schichten aufträgt wie ein klassischer Maler. Wenn er heute den Namen DAIM schreibt, gehorcht er zwar einerseits den Bauplänen der Buchstaben. Zugleich aber de- und rekonstruiert er sie solange, bis es kaum mehr möglich ist, die Gebilde als Buchstabenfolge zu erkennen. So lotet Mirko Reisser auf seine ganz eigene Weise die Grenze zwischen Fläche und Räumlichkeit, Typografie und Architektur, Lesbarkeit und Abstraktion aus.

Rik Reinking begleitet Mirko Reisser alias DAIM bereits seit 2001 und hat zahlreiche Werke und Werkgruppen aus allen Schaffensphasen für seine Sammlung erworben. Auf Basis dieser langjährigen Beziehung zwischen Künstler und Sammler ist es heute möglich, Reissers einzigartigen Weg vom auf der Straße aktiven Writer zum international gefragten Künstler nachzuzeichnen.


Der Katalog „DAIM Retrospective – 35 Years Of Graffiti Art“ ist im WAI Store, Buchhandel sowie Online zu erwerben.
Paperback, Deutsch / Englisch, 112 Seiten. 20 x 26 cm.
ISBN 978-3-9824951-0-1.
Preis: 25 €.


Die Eröffnung findet am Sonntag, den 5. Mai von 11 bis 18 Uhr statt,
12:30 Uhr: Begrüßungsworte Rik Reinking.
Der Eintritt ist frei. Keine Anmeldung erforderlich.

Ausstellung: Mai 2024 bis Januar 2025.
Planen Sie Ihren Besuch unter woodsartinstitute.com

WAI  Woods Art Institute
Golfstraße 5
21465 Wentorf bei Hamburg

Anfahrt:
Das Woods Art Institute liegt ca. 15 Gehminuten von der S-Bahnstation Reinbek (HVV Linie S2) entfernt und ist damit direkt an den Hamburger Hauptbahnhof angeschlossen.
Erreichbarkeit mit dem PKW wahlweise über die A24, A25 oder B5. Aufgrund begrenzter Parkplatzkapazitäten wird die Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln empfohlen.

 Titelfoto © Kai-Uwe Gundlach / Grafik Mirko Reisser (DAIM)

 DAIM Retrospective – 35 years of Graffiti Art
DAIM Retrospective – 35 years of Graffiti Art

ÜBER DAS WAI

Unweit der Hamburger Stadtgrenze, in einem westlichen Ausläufer des Sachsenwaldes gelegen, lässt sich im Woods Art Institute ein Dreiklang aus Kunst, Natur und Architektur erfahren.
Das im Jahr 1914 von einem belgischen Kaufmann als Sommerresidenz angelegte Areal umfasst heute ein malerisches Ensemble historischer Bauten, einen sachlichen Zweckbau aus den 1940er Jahren und das im frühen 21. Jahrhundert errichtete, moderne Ausstellungshaus der WAI Galleries mit der Sammlung Reinking.
Im weitläufigen Landschaftspark des Gartenbaumeisters Rudolph Jürgens (1850-1930) erwartet die Besucherinnen und Besucher zeitgenössische Außenskulptur im Einklang mit historischer Gartenarchitektur.

Als ein Ort des Schaffens und der Lehre bietet das WAI neben dem Ausstellungsbetrieb ein Angebot an Kunstkursen, Seminar- und Veranstaltungsflächen nebst Boardinghouse und Künstlerateliers.

ÜBER DIE SAMMLUNG REINKING

Seit ihrer Gründung begreift sich die Sammlung Reinking als ein Ort der Begegnung und Weiterentwicklung für Kunst und Mensch.
Ob klassische Positionen der Gegenwartskunst oder Beiträge der jüngsten Künstlergeneration – die Arbeiten fordern direkte Reaktionen heraus. In den vergangenen zwanzig Jahren haben zahlreiche Ausstellungen und Aktionen dieses Konzept immer wieder zum Ausdruck gebracht und sich existenziellen Fragen des Daseins gestellt.

In den Räumen der WAI Galleries findet die Sammlung Reinking eine permanente Heimat und die Gelegenheit, sich in einer bisher ungesehenen Fülle zu präsentieren.